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 Flensburg
Jens

19.10.2011 19:32
Unbequem, teuer und gar nicht sexy antworten

Quelle: sh.z, Flensburger Tageblatt vom 19. Oktober 2011

Moderne Busse, Anreiz für die Mitarbeiter: Als Gründungsmitglied des Flensburger Klimapaktes möchte Aktiv Bus Spaß am Klimaschutz bieten
Im Dezember 2008 startete der Flensburger Klimapakt mit zehn lokalen Unternehmen und ehrgeizigen Zielen: Senkung des Energieverbrauchs und CO2-Neutralität der Region Flensburg bis 2050. Wir stellen die inzwischen 15 lokalen Akteure des Flensburger Klimapaktes in einer Serie vor.

Flensburg
Klimaschutz ist seit Jahren in aller Munde. Er hat aber auch ein Problem: „Klimaschutz ist nicht sexy“, sagt Paul Hemkentokrax, Geschäftsführer von Aktiv Bus, deutlich. Er sei unbequem und teuer – dennoch gehe er alle an.

Mit einer der modernsten Linienbus-Flotten in Schleswig-Holstein ist das Flensburger Verkehrsunternehmen Aktiv Bus ein Vorreiter in Sachen Klimafreundlichkeit im öffentlichen Nahverkehr – und Mitbegründer des Klimapakts. Dieser Rolle ist sich Hemkentokrax durchaus bewusst: „Beim Thema Energie und Klimaschutz kommt man um den ÖPNV nicht herum.“ Die Zahl von über neun Millionen Fahrgästen im vergangenen Jahr macht die Bedeutung alternativer Verkehrsmittel zum Individualverkehr deutlich – und das in einer verhältnismäßig kleinen Stadt wie Flensburg. „Selbst die ältesten Busse sind immer noch besser als ein PKW“, so Hemkentokrax, in dem Bewusstsein, dass der öffentliche Nahverkehr nie den Individualverkehr ersetzen kann. Man ergänzt sich. „Wir sind eine gute Alternative“, sagt er selbstbewusst. Alle zehn bis 20 Minuten werden die Haltestellen von einem der 26 Linienbusse angefahren. Zudem gebe es einen Wertewandel bei jungen Leuten im Stadtgebiet. „Viele wollen Mobilität, aber kein eigenes Auto.“

Busunternehmen haben es nicht leicht, immer mit den neuesten Standards versorgt zu sein, sagt Hemkentokrax: „Für uns gibt es da sehr wenige Anbieter.“ Elektromobilität in Bussen sei in Europa noch nicht so verbreitet und für ein Unternehmen wie Aktiv Bus sei es schwierig, die unterschiedlichen Möglichkeiten auszuprobieren. „Wir sind ein kleines Unternehmen. Da brauchen wir Dinge, die funktionieren.“ Umso gespannter schaue man nach Kopenhagen. „Dort kommt 2012 der erste Batteriebus“, stellt Hemkentokrax in Aussicht. Von der Stange gebe es solche Busse allerdings noch nicht. Weitere Alternativen stehen unter Beobachtung: Oberleitungsbusse seien für eine Stadt wie Flensburg nicht geeignet. „Zu klein, zu eng“, kommentiert Hemkentokrax, und träumt von einer Kombination aus Batterie- und Oberleitungstechnik. Wo Platz ist, werden Stromleitungen installiert, im engen Verkehr fahren die Busse mit Batteriebetrieb. „Das ist eine ernste Option, die näher betrachtet wird.“

„Klimaschutz soll Spaß machen“, fordert Hemkentokrax, und möchte diejenigen, die täglich mit den großen Linienbussen zu tun haben, mit ins Boot holen. „Wir wollen Techniken einbauen, die den Fahrern helfen, energieeffizienter zu fahren.“ Dazu gehöre, dass die Höhe des Kraftstoffverbrauchs angezeigt wird. Zudem solle in Schulungen investiert werden, in denen Mitarbeiter Tipps erhalten, welche Fahrweise bei der An- oder Abfahrt einer Haltestelle besonders ökonomisch oder wie wichtig eine regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks ist. „Außerdem wollen wir monetäre Reize schaffen“, stellt er in Aussicht. Sprich: eine niedrige Verbrauchsquote soll sich positiv auf der Gehaltsabrechnung der Mitarbeiter niederschlagen.

Dass die gesetzten Ziele nicht ohne ein Umdenken auch in anderen Bereichen des Unternehmens erreicht werden können, steht für Hemkentokrax fest. Dazu gehört, dass sich die klimafreundliche Einstellung nicht nur auf die Personenbeförderung beschränkt. In den anderen Abteilungen wie der Verwaltung oder dem Einkauf werde auf energiesparende Techniken zurückgegriffen, bei Neuanschaffungen in der Werkstatt explizit auf Energieeffizienz geachtet. „Die beste Energie ist die, die man erst gar nicht verbraucht.“

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Anmerkung:
Irgendwie komme ich nur auf 25 Busse...

und
Batteriebusse gibt es in Kopenhagen seit 2009....
Arriva 1946-1955
Typ: Car. Ind U40E595

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