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Um 2,5 Millionen Euro jährlich einzusparen, sollen die Busse ab kommenden Jahr samstags erst ab 6 Uhr, sonntags sogar erst ab 7 Uhr fahren. Das wird Ende Mai auch die Bürgerschaft beschäftigen. Der Gegenvorschlag: Busfahren so attraktiv machen, dass 2,5 Millionen Euro zusätzlich eingenommen werden.
Die Linken beantragen, dass "die Nachtzeiten am Wochenende kundenfreundlicher als bisher gestaltet werden." Insgeamt solle der Stadtverkehr so attraktiv gemacht werden, dass mehr Einnahmen generiert werden und Einsparungen möglichst vermieden werden. Das Thema dürfte noch heftig diskutiert werden. Die SPD, Bündnispartner der Linken in der Bürgerschaft, hat sich noch nicht auf eine Position festgelegt.
Stadtverkehr und LVG haben - ohne den Fährbetrieb - im Jahr 2010 ein Minus von rund 12,9 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren. Trotzdem ist die Vorgabe der Politik klar: Das Minus soll weiter sinken.
Im Jahr verzeichnen Stadtverkehr und LVG zusammen rund 27 Millionen Fahrgäste. Berücksichtigt man Monatskarten und ähnliche Angebote beträgt der durchschnittliche Fahrpreis fast genau einen Euro. Eine Steigerung der Fahrgastzahlen um zehn Prozent könnte also ausreichend Einnahmen im geforderten Bereich erbringen.
Nach den jetzigen Vorgaben werden die Fahrgastzahlen nicht nur durch die Ausdünnung im Nachtverkehr sinken. Zum 1. August steigen die Fahrpreise um etwa fünf Prozent. Der Stadtverkehr erwartet dadurch zwei Prozent weniger Fahrgäste.
Dazu kommt noch ein weiteres Problem: Wie jeder Autofahrer müssen auch die Busse an die Tankstelle. Die Dieselkosten haben sich deutlich erhöht: Kostete der Liter (ohne Ökosteuer) im Jahr 2009 nur 82 Cent, waren es 2010 schon 97 Cent. Für 2011 wird mit einem Preis von 1,06 Euro pro Liter kalkuliert.
Lübeck gehört zu den Städten in Deutschland, die überdurchschnittlich hoch verschuldet sind. Betrachtet man die Sparpontenziale die Lübeck ausschöpfen könnte, aber nicht tut, darf man sich nicht wundern, wenn es dann auch den Stadtbus in Lübeck treffen muß.
Es macht daher Sinn, 2,5 Millionen € beim ÖPNV einzusparen, statt in auszuweiten und somit das jährliche Defizit noch mehr steigen zu lassen. Wo soll das hinführen? Vielmehr ist angesagt, ob im Stadtverkehr nicht noch mehr gespart werden kann, durch Ausdünnung der Fahrpläne, Verkleinerung des Busbestandes und Einsparungen bei den Personalkosten, d.h. es wäre zu überlegen, wie deutsche Busfahrer, die sehr hohe Gehälter erhalten, durch Busfahrer aus den osteuropäischen Ländern ersetzt werden können. Seit dem 1. Mai 2011 ist das ja möglich.
Wenn es sozialverträglicher Abbau ist,ist es ok aber leute zu entlassen um Geld zu verschieben nicht, denn wenn unten gesparrt wird,wird es oben in die eigene Tasche geschoben.Ich denke das auch jeder weiß wie teuer das Leben in Deutschland ist,so bleibt den Fahrern auch nicht viel mehr zum Leben und wenn wir sie Hartz4 bekommen haben wir sie genauso auf der Tasche.
Zitat von HolkoWenn es sozialverträglicher Abbau ist,ist es ok aber leute zu entlassen um Geld zu verschieben nicht, denn wenn unten gesparrt wird,wird es oben in die eigene Tasche geschoben.Ich denke das auch jeder weiß wie teuer das Leben in Deutschland ist,so bleibt den Fahrern auch nicht viel mehr zum Leben und wenn wir sie Hartz4 bekommen haben wir sie genauso auf der Tasche.
Gewiß war mein Beitrag in dieser Beziehung sehr provozierend, aber ein bundesweit vertretenes CarWash-Unternehmen hat genau dies gemacht und ersetzt konsequent seine Stammbelegschaft durch osteuropäische Mitarbeiter. Vielleicht hat jemand den Beitrag im ZDF bei "Frontal 21" gesehen.
So einfach "Feuern und billigere Leute holen" funktioniert es auch hier gar nicht. Bekanntlich war der Stadtverkehr früher ein Teil der Stadtwerke Lübeck, also quasi so halbwegs öffentlicher Dienst. Aus dieser Zeit rührt auch ein gewisser Bestandsschutz her, was Arbeitsverträge und Kündigungsfristen betrifft, wenn ich da richtig informiert bin.
Übrigens verfügt auch der Stadtverkehr über eine gewisse Sicherheit, weil noch für längere Zeit keine Ausschreibungen der Linien erfolgen, das war vor zwei oder drei Jahren von der Bürgerschaft beschlossen worden.
Ob es dabei bliebe, wenn in der vom Emden-Fahrer angedachten Weise verfahren würde, wage ich zu bezweifeln ...