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NOB-Geschäftsführer fordert von der GDL einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Streikrecht
Kiel, 4. März 2011. Mit Blick auf die laufende Urabstimmung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) über unbefristete Streiks und vor dem Hintergrund der für Freitag, 4. März von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr angekündigten Warnstreiks, fordert der Geschäftsführer der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), Andreas Winter, die GDL zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Streikrecht auf. Der NOB-Chef kritisiert das bisherige Streikverhalten der Gewerkschaft. "Die GDL nutzt die machtvolle Position der Lokführer im Führerstand dazu aus, überzogene Forderungen mit aller Gewalt durchzusetzen", sagt Winter.
Die NOB war von den bisherigen Warnstreiks massiv betroffen. Am 25. Februar fielen während des Warnstreiks nahezu 100 Prozent der NOB-Züge aus. Aufgrund der Abhängigkeit der Insel Sylt vom Bahnverkehr über den Hindenburgdamm forderte der Geschäftsführer die GDL außerdem auf, über Notverkehre zu verhandeln. "Die NOB gewährleistet die Grundversorgung der Insel Sylt. Neben tausenden Fahrgästen, darunter viele Berufspendler, befördern wir beispielsweise auch lebensrettende Blutkonserven für Kliniken auf die Insel. Die GDL ist gesetzlich verpflichtet, einen Notverkehr zu gewährleisten."
Darüber hinaus fordert Winter die GDL auf, fair mit arbeitswilligen Kollegen umzugehen. Winter weiter: "Es fällt uns schwer, diesen Streik nachzuvollziehen, denn wir sind weiterhin absolut verhandlungsbereit. Es liegt an der GDL, unsere wiederholt ausgesprochene Verhandlungseinladungen endlich anzunehmen."
Hintergrund Mit den Zügen der NOB pendeln täglich mehrere tausend Arbeitnehmer nach Sylt und zurück in ihre Wohnorte auf dem Festland. Eine Straßenverbindung auf die Nordseeinsel gibt es nicht. Daher kann für die Fahrgäste kein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden.
Über die Nord-Ostsee-Bahn GmbH Die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) mit Sitz in Kiel und Husum ist ein privatwirtschaftliches Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Züge der NOB fahren im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein auf folgenden Strecken: Hamburg-Altona - Westerland (seit Dez. 2005), Kiel - Husum, Husum - Bad St. Peter-Ording (seit Nov. 2000) und Kiel - Eckernförde (bis Dez. 2011). Zur NOB gehört auch das Busunternehmen Rohde Verkehrsbetriebe GmbH (Husum und Eutin) sowie die Norddeutsche Verkehrsbetriebe GmbH mit den Niebüller Verkehrsbetrieben (Niebüll) und den Steinburger Linien (Itzehoe), die u.a. den Stadtverkehr in Itzehoe und Glückstadt betreibt. Zudem betreibt die NOB den Schnellbus zwischen Glückstadt und Brunsbüttel auf eigenes wirtschaftliches Risiko. Geschäftsführer der NOB sind Olaf Ernst und Andreas Winter. Die NOB ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Veolia Verkehr GmbH (Berlin).
10. März, 4 bis 10 Uhr, alle Linien: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat Warnstreiks im Personenverkehr angekündigt. Inwieweit der S-Bahnverkehr betroffen sein wird, ist nicht bekannt.
Wir werden im Streikfall versuchen, auf allen Hauptlinien 20-Minutentakte einzurichten und Sie so umfassend wie möglich zu informieren. Vereinzelt können sich die Fahrzeiten darüber hinaus verlängern. Bitte weichen Sie nach Möglichkeit auf U-Bahnen und Busse aus und planen großzügige Fahrzeitenreserven ein.
Für eventuell entstehende Unannehmlich- keiten bitten wir höflichst um Entschuldigung.